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[title] Würdet ihr einen extrem flexiblen 98k-Job für 120k brutto + Chancen aufgeben? [selftext] Ich würde gerne ein paar unabhängige Meinungen hören, weil ich bei der Entscheidung aktuell wirklich hin- und hergerissen bin... Kurz zu mir: Ich bin Mitte 30, habe Familie und verdiene derzeit rund 98.000 € brutto pro Jahr. Einen fixen jährlichen Bonus gibt es bei meinem aktuellen Arbeitgeber grundsätzlich nicht. Bei sehr guten KPIs könnte man im Zuge der jährlichen Gehaltsverhandlung eventuell etwas herausholen – allerdings nur, wenn das Teambudget es zulässt. Die großen Vorteile meiner derzeitigen Stelle sind die Flexibilität und das bekannte Umfeld: sehr viel Remote- bzw. Homeoffice-Arbeit, teilweise bis zu fünf Tage pro Woche relativ freie Einteilung der Arbeitszeit Fahrzeit ins Büro etwa 30 bis 35 Minuten mit dem Auto Team und Arbeitsbelastung sind grundsätzlich in Ordnung es gibt zwar Stoßzeiten, insgesamt ist die Arbeit aber gut machbar und nicht dauerhaft stressig Karrieretechnisch bin ich im Unternehmen allerdings ziemlich an der Obergrenze angekommen. Meine Tätigkeit und Position sind weitgehend gesetzt. Über mir gibt es eigentlich nur noch den CTO. Eventuell könnte irgendwann eine eigene Stabsstelle entstehen, wodurch noch etwas möglich wäre, derzeit sieht es aber nicht wirklich danach aus. Auch beim Gehalt wird es zunehmend schwierig. Ab einem sechsstelligen Jahresgehalt sind außerordentliche Erhöhungen außerhalb der normalen Vorrückungen bzw. kollektivvertraglichen IST-Anpassungen genehmigungspflichtig und offenbar nur sehr schwer durchzubekommen. Nun habe ich ein Angebot über 120.000 € brutto pro Jahr erhalten. In der neuen Position sollten grundsätzlich etwa drei Homeoffice-Tage pro Woche möglich sein, teilweise vermutlich auch vier. Mir ist natürlich klar, dass ich gerade am Anfang häufiger vor Ort sein müsste. Die Fahrzeit wäre mit rund 30 Minuten pro Strecke ungefähr gleich. Die Tätigkeit wäre grundsätzlich ähnlich, aktuell allerdings mit wenig bis gar keinem Fokus auf AI/KI. Dafür befindet sich der Bereich noch im Aufbau, wodurch sich meiner Einschätzung nach nach zwei bis drei Jahren weitere Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten ergeben könnten. Sobald ich den Vertrag vorliegen habe, möchte ich mir vor allem folgende Punkte genau ansehen: Angesprochener Bonus und wie realistisch ist dieser erreichbar? Individual oder Umsatzabhängig,.. Werden kollektivvertragliche IST-Erhöhungen zusätzlich auf das Gehalt angewendet oder bereits eingerechnet? Wie verbindlich sind die Homeoffice-Regelungen? Gibt es sonstige Klauseln oder Rahmenbedingungen, die das Angebot weniger attraktiv machen? Ein Teil von mir sagt, dass ich den Wechsel machen muss, sofern der Vertrag passt und bei der Prüfung nichts Problematisches auffällt. Der Gehaltssprung ist deutlich und langfristig könnten sich dadurch wesentlich bessere Karriere- und Verdienstmöglichkeiten ergeben. Auf der anderen Seite würde ich ein bekanntes Umfeld und eine wirklich außergewöhnliche Flexibilität aufgeben. Kurzfristig wären es ohne Bonus ungefähr 700 bis 800 € netto mehr pro Monat. Das ist natürlich viel Geld, aber ich frage mich trotzdem, ob es den Verlust an Komfort, Sicherheit und Homeoffice wert ist. Wie würdet ihr diese Entscheidung angehen? Würdet ihr bei diesen Rahmenbedingungen wechseln oder wäre euch die derzeitige Flexibilität mehr wert? Hat jemand von euch einen ähnlich komfortablen Job für mehr Gehalt und bessere Karrierechancen verlassen und es später bereut oder war im Nachhinein froh darüber? Und noch eine zusätzliche Frage: Mir ist beim AK-Brutto-Netto-Rechner ehrlich gesagt kurz schlecht geworden, als ich gesehen habe, wie viel bei diesem Gehalt abgezogen wird. Ab welchem Einkommen bzw. bei welcher persönlichen Situation macht es eurer Meinung nach Sinn, einen Steuerberater einzuschalten? Gibt es als normaler Angestellter in dieser Gehaltsklasse überhaupt relevante Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung, oder ist der Spielraum ohnehin sehr begrenzt? --- Als zusätzliche Referenz zu meiner Abwägung: Ich habe erst vor etwa zwei Monaten ein Angebot eines US-Unternehmens mit Niederlassung in Wien abgelehnt. Anfangs war von einer hohen Reisebereitschaft keine Rede, später stellte sich jedoch heraus, dass bis zu 80 % Reisetätigkeit innerhalb der DACH-Region erwartet worden wären. Finanziell wäre das Angebot deutlich attraktiver gewesen: rund 150.000 € Fixgehalt plus Aktien, Firmenwagen und Bonus. Trotz dieser Gesamtvergütung war die hohe Reisetätigkeit für mich und meine Familie letztlich ein klares Ausschlusskriterium. Ich bin also grundsätzlich nicht bereit, für das maximal mögliche Gehalt die gemeinsamen familiären und finanziellen Ziele auf Krampf zu erreichen. Beim aktuellen Angebot über 120.000 € ist die Situation aber wesentlich ausgewogener, weil die Fahrzeit ähnlich bleibt, keine Reisebereitschaft + weiterhin viel Homeoffice möglich sein sollte und sich gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten ergeben könnten.
Title
Würdet ihr einen extrem flexiblen 98k-Job für 120k brutto + Chancen aufgeben?
Selftext
Ich würde gerne ein paar unabhängige Meinungen hören, weil ich bei der Entscheidung aktuell wirklich hin- und hergerissen bin... Kurz zu mir: Ich bin Mitte 30, habe Familie und verdiene derzeit rund 98.000 € brutto pro Jahr. Einen fixen jährlichen Bonus gibt es bei meinem aktuellen Arbeitgeber grundsätzlich nicht. Bei sehr guten KPIs könnte man im Zuge der jährlichen Gehaltsverhandlung eventuell etwas herausholen – allerdings nur, wenn das Teambudget es zulässt. Die großen Vorteile meiner derzeitigen Stelle sind die Flexibilität und das bekannte Umfeld: sehr viel Remote- bzw. Homeoffice-Arbeit, teilweise bis zu fünf Tage pro Woche relativ freie Einteilung der Arbeitszeit Fahrzeit ins Büro etwa 30 bis 35 Minuten mit dem Auto Team und Arbeitsbelastung sind grundsätzlich in Ordnung es gibt zwar Stoßzeiten, insgesamt ist die Arbeit aber gut machbar und nicht dauerhaft stressig Karrieretechnisch bin ich im Unternehmen allerdings ziemlich an der Obergrenze angekommen. Meine Tätigkeit und Position sind weitgehend gesetzt. Über mir gibt es eigentlich nur noch den CTO. Eventuell könnte irgendwann eine eigene Stabsstelle entstehen, wodurch noch etwas möglich wäre, derzeit sieht es aber nicht wirklich danach aus. Auch beim Gehalt wird es zunehmend schwierig. Ab einem sechsstelligen Jahresgehalt sind außerordentliche Erhöhungen außerhalb der normalen Vorrückungen bzw. kollektivvertraglichen IST-Anpassungen genehmigungspflichtig und offenbar nur sehr schwer durchzubekommen. Nun habe ich ein Angebot über 120.000 € brutto pro Jahr erhalten. In der neuen Position sollten grundsätzlich etwa drei Homeoffice-Tage pro Woche möglich sein, teilweise vermutlich auch vier. Mir ist natürlich klar, dass ich gerade am Anfang häufiger vor Ort sein müsste. Die Fahrzeit wäre mit rund 30 Minuten pro Strecke ungefähr gleich. Die Tätigkeit wäre grundsätzlich ähnlich, aktuell allerdings mit wenig bis gar keinem Fokus auf AI/KI. Dafür befindet sich der Bereich noch im Aufbau, wodurch sich meiner Einschätzung nach nach zwei bis drei Jahren weitere Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten ergeben könnten. Sobald ich den Vertrag vorliegen habe, möchte ich mir vor allem folgende Punkte genau ansehen: Angesprochener Bonus und wie realistisch ist dieser erreichbar? Individual oder Umsatzabhängig,.. Werden kollektivvertragliche IST-Erhöhungen zusätzlich auf das Gehalt angewendet oder bereits eingerechnet? Wie verbindlich sind die Homeoffice-Regelungen? Gibt es sonstige Klauseln oder Rahmenbedingungen, die das Angebot weniger attraktiv machen? Ein Teil von mir sagt, dass ich den Wechsel machen muss, sofern der Vertrag passt und bei der Prüfung nichts Problematisches auffällt. Der Gehaltssprung ist deutlich und langfristig könnten sich dadurch wesentlich bessere Karriere- und Verdienstmöglichkeiten ergeben. Auf der anderen Seite würde ich ein bekanntes Umfeld und eine wirklich außergewöhnliche Flexibilität aufgeben. Kurzfristig wären es ohne Bonus ungefähr 700 bis 800 € netto mehr pro Monat. Das ist natürlich viel Geld, aber ich frage mich trotzdem, ob es den Verlust an Komfort, Sicherheit und Homeoffice wert ist. Wie würdet ihr diese Entscheidung angehen? Würdet ihr bei diesen Rahmenbedingungen wechseln oder wäre euch die derzeitige Flexibilität mehr wert? Hat jemand von euch einen ähnlich komfortablen Job für mehr Gehalt und bessere Karrierechancen verlassen und es später bereut oder war im Nachhinein froh darüber? Und noch eine zusätzliche Frage: Mir ist beim AK-Brutto-Netto-Rechner ehrlich gesagt kurz schlecht geworden, als ich gesehen habe, wie viel bei diesem Gehalt abgezogen wird. Ab welchem Einkommen bzw. bei welcher persönlichen Situation macht es eurer Meinung nach Sinn, einen Steuerberater einzuschalten? Gibt es als normaler Angestellter in dieser Gehaltsklasse überhaupt relevante Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung, oder ist der Spielraum ohnehin sehr begrenzt? --- Als zusätzliche Referenz zu meiner Abwägung: Ich habe erst vor etwa zwei Monaten ein Angebot eines US-Unternehmens mit Niederlassung in Wien abgelehnt. Anfangs war von einer hohen Reisebereitschaft keine Rede, später stellte sich jedoch heraus, dass bis zu 80 % Reisetätigkeit innerhalb der DACH-Region erwartet worden wären. Finanziell wäre das Angebot deutlich attraktiver gewesen: rund 150.000 € Fixgehalt plus Aktien, Firmenwagen und Bonus. Trotz dieser Gesamtvergütung war die hohe Reisetätigkeit für mich und meine Familie letztlich ein klares Ausschlusskriterium. Ich bin also grundsätzlich nicht bereit, für das maximal mögliche Gehalt die gemeinsamen familiären und finanziellen Ziele auf Krampf zu erreichen. Beim aktuellen Angebot über 120.000 € ist die Situation aber wesentlich ausgewogener, weil die Fahrzeit ähnlich bleibt, keine Reisebereitschaft + weiterhin viel Homeoffice möglich sein sollte und sich gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten ergeben könnten.
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